Sangharakshita, 26. August 1925 – 30. Oktober 2018

Ein kurzer Abriss seines Lebens und Lehrens

Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass Sangharakshita, der Gründer des Buddhistischen Ordens
Triratna und der Buddhistischen Gemeinschaft Triratna, verstorben ist. Hier ist ein kurzer Abriss seines
Lebens und seiner Lehren.

Die frühen Jahre

Der Mensch, den wir als Sangharakshita kennen, wurde 1925 als Dennis Lingwood in eine Familie aus der
Arbeiterschicht in Tooting, Südlondon, geboren. Nachdem bei ihm im Alter von neun Jahren ein
Herzproblem diagnostiziert wurde (wie sich später herausstellte eine Fehldiagnose), musste er einige Jahre
in Bettruhe verbringen. Er verbrachte einen großen Teil dieser Zeit lesend, entdeckte seine Leidenschaft für
Literatur und bildete sich selbst mit Hilfe einer Enzyklopedie. Als er im Alter von sechzehn Jahren im London
der Kriegszeit lebte, erkannte er nach der Lektüre des Diamant Sutra und des Plattformsutra, dass er
Buddhist war. Er trat der Buddhist Society bei, die auch inmitten fallender Bomben ihre Treffen und ihre
Meditationen weiterführte.

1943 wurde er in die Armee eingezogen und nach Indien und später nach Sri Lanka versetzt. Nach dem
Kriegsende verschenkten er und ein indischer Freund, im Wunsch ihre buddhistische Praxis tiefer zu führen,
ihren Besitz, zerstörten ihre Pässe und brachen als hauslose Wanderer auf – womit sie einer altehrwürdigen
Tradition folgten. Zwei Jahre lang wanderten sie durch Indien und begegneten vielen, zumeist
hinduistischen Weisen und Gurus, bevor sie schließlich an das Ziel ihrer Reise gelangten: die Ordination als
buddhistische Mönchsnovizen (sramaneras). Diese Reise und die sich daran anschließenden Erlebnisse
beschrieb Sangharakshita in einigen Bänden seiner Memoiren.

Indien

Mit der vollen Ordination als Bhikkhu in der Theravada-Tradition erhielt er den Namen Sangharakshita, der
bedeutet: “Einer, der von der spirituellen Gemeinschaft beschützt wird”. Er studierte eine Weile an der
Benares Hindu University unter Bhikkhu Kashyap, einem zum Buddhismus konvertierten Inder, der zu einer
der prominenten Gestalten des Buddhismus geworden war, bevor er sich in Kalimpong, einer Kleinstadt im
Himalaya unweit der Grenze zu Tibet niederließ. Sein Lehrer hatte ihn angewiesen, “hierzubleiben und für
das Wohl des Buddhismus zu wirken”, und so blieb er vierzehn Jahre in Kalimpong.

Im Laufe der Fünfzigerjahre trafen zahlreiche tibetische Flüchtlinge auf der Flucht vor der chinesischen
Besetzung ihres Landes in Kalimpong ein, und Sangharakshita begegnete vielen Lamas und lernte von
ihnen. Er erhielt Initiationen von Lamas wie Dhardo Rinpoche, Kachu Rinpoche, Jamyang Khyentse
Rinpoche, Dilgo Khyentse Rinpoche und Chatrul Sangye Dorje. Er studierte auch den Ch’an-Buddhismus mit
dem Yogi Chen, einem in Kalimpong lebenden chinesischen Eremiten. Zu seinen zahlreichen westlichen
Besuchern zählte auch der gebürtige Deutsche Lama Govinda. Sangharakshita empfand eine starke Affinität
mit dessen Ansichten zum Buddhismus, insbesondere bezüglich der Rolle von Kunst für die buddhistische
Praxis.

Während seiner Zeit in Kalimpong las Sangharakshita alles, was er zum Buddhismus aller Traditionen finden
konnte. Wie er später erläuterte, geschah dies in dem Wunsch die Botschaft des Buddha und die
Kernwahrheiten zu verstehen, die der gesamten buddhistischen Tradition zugrunde liegen. Er brachte eine
neue buddhistische Zeitschrift heraus, Stepping Stones, die Artikel von Denkern und Akademikern aus der
gesamten buddhistischen Welt veröffentlichte. Seine eigenen Beiträge, dies später unter dem Buchtitel
Crossing the Stream herausgebracht wurden, deuteten bereits viele der Themen an, die ihn noch viele
Jahre lange beschäftigen sollten: Die Einheit des Buddhismus; die Vorteile und Freuden eines einfachen
Lebens; die Wichtigkeit eigenen Denkens; die Ästhetik des spirituellen Lebens; und die Bedeutung von
Freundschaft. Er stand vielen Aspekten des Buddhismus, wie er ihn in asiatischen Ländern beobachten
konnte, kritisch gegenüber und rief zu radikalen Reformen auf. Sein wichtigstes Werk aus dieser Zeit war A
Survey of Buddhism (deutsche Übersetzung des ersten Teils: Buddha-Dharma), das 1957 herauskam und
sein Verständnis der buddhistischen Lehren auf den Punkt bringt sowie alle Aspekte der Tradition in eine
Gesamtschau zusammenführt. Er verfasste auch Gedichte, in denen er seine Liebe zur Natur, seine Hingabe
zu den buddhistischen Idealen und sein emotionales und spirituelles Ringen sowie seine Durchbrüche zum
Ausdruck brachte.

Sangharakshita gründete ein Vihara in Kalimpong, dem einer seiner Lehrer den Namen gab: “Der Platz, an
dem die Drei Wege erblühen”, womit er sich auf die drei großen Hauptrichtungen der buddhistischen
Tradition bezog. So entwickelte er einen charakteristischen ökumenischen Ansatz zum Buddhismus, der
Einflüsse aus allen etablierten Schulen einbezog, ohne sich einer ganz anzuschließen.

1952 lernte Sangharakshita Dr. Bhimrao Ambedkar kennen, der einer im hinduistischen Kastensystem als
“unberührbar” bezeichneten Familie entstammte (später nannte man dies “Dalit”), sich zum Rechtsanwalt
ausbilden ließ und schließlich der erste Justizminister des unabhängigen Indiens sowie der Architekt dessen
Verfassung wurde. 1956 konvertierte Dr. Ambedkar zusammen mit Tausenden seiner Anhänger zum
Buddhismus und entfloh so der ihm vom Hinduismus zugewiesenen Identität. Wenige Wochen später
verstarb er und hinterließ seine Anhänger ohne Führung. In Nagpur, dem Ort der Massenkonversionen,
sprach Sangharakshita den trauernden Massen Mut zu. Er erklärte ihnen, was es bedeutete Buddhist zu
sein und spornte sie an, dem Wunsch Dr. Ambedkars zu folgen und im Einklang mit den buddhistischen
Lehren zu leben. Einige Jahre lang reiste er in jedem Winter durch die Städte und Ebenen Zentralindiens,
hielt Vorträge und half den neuen Buddhisten ihren neu angenommenen Glauben zu verstehen und zu
praktizieren.

Rückkehr in den Westen

1964 luden einige führende Persönlichkeiten der kleinen buddhistischen Bewegung in Großbritannien
Sangharakshita ein, die F+hrung des Hampstead Buddhist Vihara zu übernehmen, und so kehrte er zum
ersten Mal in langen Jahren in den Westen zurück. Vom wachsenden Interesse am Buddhismus, vor allem
unter jungen Menschen, ermutigt und stimuliert von seinem erneuten Kontakt mit der westlichen Kultur,
entschied er sich zu bleiben. Seine Kurse und Lehrangebote waren beliebt, doch es wurde schnell deutlich,
dass er nicht gut in die buddhistische Welt Großbritanniens passen würde.
Während seiner Zeit in Indien hatte Sangharakshita über die vorherrschenden Orthodoxien reflektiert,
denen zufolge die buddhistische Praxis darin besteht, dass Mönche nach den monastischen Regeln leben
und Laienanhänger die Mönche unterhalten, um ihnen dies zu ermöglichen. Nun, da er nach England
zurückgekehrt war, fiel ihm auf, dass viele Menschen mit ihm nur über sein orangenes Mönchsgewand in
Beziehung traten, und er empfand zunehmendes Unbehagen gegenüber dem mönchischen Lebenswandel.

Nach und nach kam es zu Meinungsverschiedenheiten über Meditationsansätze und über Sangharakshitas
Art und Weise buddhistische Lehren zu vermitteln, die sich schließlich zuspitzten.
Sangharakshita sah sich gezwungen, das Vihara zu verlassen, und nahm dies zum Ansporn seinem Instinkt
zu folgen, der ihm sagte, dass im Westen eine neue Herangehensweise an die buddhistische Praxis
vonnöten war. Er verlegte seine Lehrtätigkeit in einen Kellerraum unter einem kleinen Laden im Londoner
West End und die Gruppe, die sich um ihn versammelte, wurde zum Kern einer neuen buddhistischen
Gemeinschaft. 1967 gründete er die Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens und im Jahr darauf
führte er die ersten Ordinationen in den Westlichen Buddhistischen Orden durch.

Die Gründung der FWBO

Aus einem Blickwinkel heraus betrachtet, kann man diese Aktivitäten als Teil der Welle an
Experimentierfreude betrachten, die für die Sechziger kennzeichnend war. Sangharakshita ließ sein Haar
wachsen und kombinierte seine Roben mit anderer Kleidung oder trug manchmal stattdessen auch Jeans
und Pullover. Inmitten des blühenden Londoner Hippylebens wirkte er damit nicht deplatziert. Aus einem
anderen Blickwinkel heraus stellten sie jedoch Sangharakshitas charakteristische Herangehensweise an den
Buddhismus dar. Er erkannte, dass der Buddhismus sich den veränderten Bedingungen der modernen Welt
anpassen musste, und legte viele sektiererische und rein kulturelle Aspekte einzelner buddhistischer
Traditionen ab, ohne die Verbindung mit den Kernlehren und -werten des Buddhismus zu verlieren.

Sangharakshita hielt Vorträge zu Buddhismus und Psychologie, Kunst, westlicher Philosophie und
präsentierte den Buddhismus versuchshalber als “Pfad der höheren Evolution”. Er hielt auch Vorträge und
Seminare zu klassischen buddhistischen Schriften, die später als seine Kommentare zu Werken wie dem
Weißen Lotus Sutra, dem Diamantsutra und dem Satipatthana-Sutta herausgegeben wurden. Manchmal
erforschte er Fragen der täglichen Übung; andere Male bemühte er sich die Relevanz und den Sinn
vermeintlich abstruser oder esoterischer Lehren herauszuarbeiten. Seine umfangreichen Kenntnisse
westlicher Literatur und Philosophie sowie seine breite Erfahrung des Buddhismus belebten seinen Lehrstil.

Durch die Entwicklung der FWBO arbeitete Sangharakshita sein Verständnis buddhistischer Praxis aus. Im
Laufe vieler Jahre der Übung, der Reflektion und des Kontakts mit Buddhisten vieler Schulen war er zu dem
Schluss gekommen, dass das, was wirklich zählte, nicht die Frage war, ob man Mönch oder Laie war,
sondern die Tiefe der Entschlossenheit, im Einklang mit den Idealen des Buddhismus zu leben: Dem Buddha
(dem erleuchteten Lehrer), dem Dharma (seiner Lehre) und dem Sangha (der Gemeinschaft derer, die der
Lehre des Buddha folgen). Die Ordination in den Westlichen Buddhistischen Orden bedeutete, sich diesem
festen Entschluss zu verpflichten, oder, in der traditionellen Formulierung, zum Buddha, Dharma und
Sangha “Zuflucht zu nehmen”, und er erkannte, dass dies “die zentrale und definierende Handlung des
buddhistischen Lebens” ist. Es war diese von allen empfundene entschlossene Selbstverpflichtung, die den
Orden einte, doch die Männer und Frauen in ihm folgten ganz unterschiedlichen Lebensstilen: zölibatär,
verheiratet oder in einer Beziehung, und Single. Von Anfang an wurden Männer und Frauen gleichrangig
ordiniert, was angesichts der Geschlechterungleichheit in einem Großteil der buddhistischen Tradition eine
still revolutionäre Tatsache darstellte.

Sangharakshita betonte die Wichtigkeit einer ausgewogenen spirituellen Entwicklung, bei der die ganze
Bandbreite dessen kultiviert wird, was im Buddhismus als “Geistesvermögen” beschrieben wird. Die Übung
von Meditation spielte eine wichtige Rolle, aber sie musste ergänzt werden mit Studium, Freundschaft,
altruistischem Engagement, ethischer Übung und devotionalem Ritual. Sangharakshita erforschte die
tiefere Bedeutung all dieser Aspekte von Praxis und suchte nach Weisen, diese neu und verständlich zu
formulieren. Zum Beispiel unterstrich er, wie wichtig es war, in Meditation einem “Pfad regelmäßiger
Schritte” zu folgen, der mit der Entwicklung von Integration und positiver Emotion begann und von dort zu
Praktiken überging, die spirituellen Tod (oder Einsicht) und spirituelle Wiedergeburt betrafen.

Das Wachstum der FWBO

Die Schülerinnen und Schüler Sangharakshitas fühlten sich gleichermaßen inspiriert und herausgefordert
und machten sich daran, die Lehren umzusetzen, die er ihnen vermittelt hatte. Viele derer, die dazu in der
Lage waren, lebten in Wohngemeinschaften: zunächst waren dies gemischte Haushalte, später Männeroder
Frauenwohngemeinschaften. Für manche war dies eine schöpferische Alternative zum Familienleben.
Manche gründeten Firmen, die als “Unternehmen rechten Lebenserwerbs” bezeichnet wurden: Geschäfte,
vegetarische Restaurants und andere Projekte, die von buddhistischen Teams geführt wurden und einem
ökonomischen Modell folgten, das sich mit den Worten umschreiben ließ: “Gib, was du kannst und nimm,
was du brauchst”. Das erfolgreichste dieser Projekte war Windhorse:Evolution, eine ethische
Geschenkartikelfirma, die zu ihren Blütezeiten 200 Angestellte hatte.

Die Bemühungen darum, neue Arten des Zusammenlebens und -arbeitens zu entwickeln, entsprangen
Sangharakshitas Erkenntnis, dass neue Herangehensweisen und Lebensstile nötig waren, wenn man
buddhistische Praxis in der modernen Gesellschaft wirksam umsetzen wollte. Er war bereit, radikal zu
denken, solange die neuen Formen weiterhin Ausdruck der Zufluchtnahme zu den Drei Juwelen waren und
in einem Geist von Freundschaft (kalyanamitrata) umgesetzt wurden.

Im Laufe der 1970er und 1980er gründeten Ordensangehörige FWBO-Zentren in verschiedenen Teilen
Großbritanniens und in der ganzen Welt. Wichtige frühe Meilensteine waren der Erwerb von Padmaloka,
einem wichtigen Retreatzentrum in Norfolk, das für viele Jahre die Heimat von Sangharakshita wurde; die
Aufnahme von buddhistischen und sozialen Aktivitäten in Indien unter Dr. Ambedkars Anhängern (1977);
die Eröffnung des London Buddhist Centre, eines großen Zentrums in Ostlondon (1978); die Entwicklung
der drei- bzw. viermonatigen Ordinationsretreats für Männer (1981 – ähnliche Ordinationsretreats für
Frauen folgten einige Jahre später); und die Gründung von Taraloka, einem Retreatzentrum für Frauen
(1985), das Teil eines Netzwerks von Retreatzentren darstellte und das erste von mehreren
Frauenretreatzentren wurde. Kunst-Events und buddhistische Feste waren wichtige Aspekte im Leben der
Gemeinschaft, neben Buddhafield, das bei Sommer-Festivals Meditation unterrichtet und eigene Retreats
unter freiem Himmel anbietet.

Auch wenn sich das anfänglich rasante Wachstum der FWBO in späteren Jahrzehnten zumindest in Europa
etwas verlangsamte, etablierten sie sich als wichtige weltweite Bewegung in vorderster Reihe der
Entwicklung des Buddhismus in den Ländern der westlichen Welt, Südamerika und Indien. 2017 war die
Gemeinschaft in 26 Ländern der Welt aktiv und der Orden umfasste 2200 Mitglieder, etwa ein Drittel davon
in Indien. 2010 wurde der Name der Bewegung abgeändert, um ihrer Internationalität gerecht zu werden,
und wurde zur Buddhistischen Gemeinschaft Triratna und zum Buddhistischen Orden Triratna. (Triratna
bedeutet “Drei Juwele”). Seit den späten 1980ern übertrug Sangharakshita nach und nach die
Verantwortung für alle Aspekte der Bewegung erfahrenen Ordensangehörigen. Eine Gruppe Öffentlicher
Präzeptorinnen und Präzeptoren übernahm die Verantwortung für Ordinationen und 1994 zog
Sangharakshita mit ihnen nach Madhyamaloka, einem großen Anwesen in Birmingham. 2013 zogen sie um
nach Adhisthana, einem großen Retreatzentrum in Herefordshire, England. Dies war Sangharakshitas letzte
Heimat.

Die späteren Jahre

Um 2001 herum verschlechterte sich Sangharakshitas Sehkraft erheblich und in den Jahren danach litt er
unter Phasen äußerst zehrender Schlaflosigkeit. Dennoch fuhr er mit seiner literarischen Arbeit fort und
machte sich an seine letzte Phase der Lehrtätigkeit. Subhuti (ein Seniorschüler) verfasste eine Reihe von
Artikeln auf der Grundlage von Gesprächen mit Sangharakshita, in denen er die Kernelemente seiner
Herangehensweise an den Buddhismus herausarbeitete: ein Ansatz, der in den Lehren des historischen
Buddha verankert ist und zugleich Inspiration aus anderen Quellen bezieht; und der ein
zusammenhängendes Verständnis von Meditation und anderen Formen der Dharmapraxis anbietet, der
dem überpersönlichen Charakter buddhistischer Übung sowie der Rolle von Imagination Rechnung trägt.

Einige Aspekte Sangharakshitas Lebens und Handelns haben Kritik erfahren. Nach der Gründung der FWBO
unterhielt er sexuelle Beziehungen zu einigen seiner männlichen Schüler und in späteren Jahren fühlten
sich einige dieser Schüler von ihm im Stich gelassen. Manche widersprachen seinen Ansichten zu
Geschlechterfragen und einige Buddhisten anderer Traditionen hielten seinen Entschluss, eine neue
buddhistische Bewegung zu stiften, statt einer der etablierten asiatischen Form des Buddhismus zu folgen,
für grundsätzlich illegitim.

Diese Kritikpunkte sind schon lange Teil der Diskussion um Sangharakshita. Doch diejenigen, die ihn als
Schülerinnen, Schüler und als Freunde kannten, erinnern sich an Sangharakshita hauptsächlich als einen
Menschen unglaublicher Präsenz, Freundlichkeit und Weisheit: Ein tief intelligenter und empfindsamer
Mann mit einem bemerkenswert eigenständig denkenden und unabhängigen Geist.

Die buddhistische Bewegung, die Sangharakshita ins Leben gerufen hat, wird ihn überleben. Ihre
Geschichte beginnt erst gerade, und ihre Mitglieder sind der Überzeugung, dass sie zu einer
unverwechselbaren buddhistischen Schule heranreifen wird, die sich auf seine besondere Darlegung der
Buddha-Lehre und auf sein Verständnis buddhistischer Praxis gründet. In Indien wird Sangharakshita von
vielen als Schlüsselfigur in der Wiederbelebung des Buddhismus und der Befreiung von Millionen von
Menschen aus dem erdrückenden Kastensystem betrachtet. Und Sangharakshitas viele Bücher stellen ein
weiteres Vermächtnis dar. Er veröffentlichte über 50 Titel und seine gesammelten Werke werden derzeit in
27 Bänden veröffentlicht. Dieses literarische Werk stellt eine kostbare Vermittlung der buddhistischen
Lehre dar und zeichnet sich für seine Anhänger überdies durch eine literarische Breite und Tiefe aus, die
unter modernen Werken über Buddhismus unübertroffen bleibt.

Im Laufe von über 70 Jahren widmete sich Sangharakshita von ganzem Herzen der Aufgabe, den Übergang
des Buddhismus von traditionellen asiatischen Gesellschaften zu den völlig unterschiedlichen Bedingungen
der modernen Welt zu ermöglichen. Sein Ziel war es, den Buddhismus zu erneuern, indem er sich auf die
Kernlehren im Herzen der Tradition konzentrierte und deren Tiefe als geweihten Pfad bewahrte. Durch
seine Praxis, seine Werke und durch die Gemeinschaft, die er ins Leben rief, trug Sangharakshita dazu bei,
den Geist des Buddhismus – Freundschaft, Selbstverpflichtung und Tiefe – wiederzubeleben.

Sangharakshitas Schülerinnen, Schüler und Freunde halten seine Verdienste mit großer Wertschätzung im
Gewahrsein und danken ihm aus tiefstem Herzen für all das, was er ihnen gegeben hat. Sie sind
entschlossen, die Arbeit, die er begonnen hat, fortzuführen.

Ein Nachruf von Dharmacari Vishvapani

 

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